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Nachruf auf Karin von Faber

Als die HÖRZU noch jene Millionenauflage hatte, von der heutige Zeitschriftenmacher nur träumen können, war Karin von Faber das Gesicht der Marke. Eine Diva, das darf man wohl sagen, weil sie dieses Image bis zuletzt verkörperte: Stets trug sie eine großrandige Brille und steile Pumps, stets war sie perfekt geschminkt. „Ihre Schuhe mit den hohen Absätzen,“ so wurde von Kollegen kolportiert, „zog sie auch auf Reportagetrips durch den Dschungel nicht aus.“ Was aber wohl nur die wußten, die Tür an Tür mit ihr saßen: Die vermeintliche Diva war von preußischer Disziplin, feilte bis spät in die Nacht an ihren Texten, abzulesen an einem blauen Lämpchen auf ihrem Schreibtisch, das noch lange weiterbrannte, während der Rest der Redaktion spätestens um 18.30 Uhr eilig zum Fahrstuhl strömte.

KvF kam 1966 in die Redaktion der „HÖRZU“, angeheuert wegen ihrer Prominenz als Moderatorin der „Aktuellen Schaubude“ und ein wenig wohl auch wegen ihres klangvollen Namens, wie sie selbst lächelnd erzählte. Dass sie schreiben konnte, war ein Nebeneffekt, mit dem der damalige Chefredakteur Hans Bluhm kaum gerechnet hatte. Und wie sie schrieb: Elegant, eigenwillig, gelegentlich mit leichter Ironie gewürzt, eben im unverwechselbaren Faber-Stil. Wie sie es anstellte, weiß keiner so genau, aber sie bekam sie alle vor ihr Mikrophon: Königin Sirikit von Thailand und  den Komponisten Leonard Bernstein, Ex-US-Präsident Gerald Ford und Gregory Peck, der ihr im Hotelzimmer Kaffee kochte. Peter Ustinov natürlich, den sie parallel für ihre  Fernsehsendung „Sieh an, sieh an,“ interviewte, die bis Mitte der achtziger Jahre sporadisch in der ARD ausgestrahlt wurde.

Dass sie selbst gelernte Schauspielerin war, als sehr junge Frau an der Seite von Hans Albers spielte, mag den Zugang zu den VIPs erleichtert haben. Auch privat liebte sie es exclusiv, flog zum Schnorcheln in warme Gefilde, bestellte Kulinarisches vom Feinsten, sogar der geliebte Kater wurde zuhause in Klecken im Landkreis Harburg mit Filetstückchen verwöhnt.

Ende der neunziger Jahre begannen die Reisebudgets zu schrumpfen, die Dienstreisen nach LA wurden eingestellt, vom mondänen Glamour blieb nur jener Glanz, der alle Jahre wieder bei der Verleihung der „Goldenen Kamera“ strahlte. (Natürlich saß KvF in der Jury). Die Grande Dame der Redaktion ging die neuen Wege mit erstaunlicher Geschmeidigkeit mit. Statt mit Präsidentengattin Rosalynn Carter beim Tee hockte sie eben mit den wilden Ex-Kommunardinnen Gisela Getty und deren Schwester in München auf dem Teppich. 2004 wurde sie mit großem Bahnhof verabschiedet, das war die Zeit, als die Einzelbüros aufgelöst und die Schreiber hinter Stellwände in den Großraum geschickt wurden. KvF mit ihrer dunklen Theaterstimme englisch oder französisch parlierend hinter einer Stellwand? Das war nun wirklich undenkbar. Mit ihrer Pensionierung war die Zeit der Starreporter/Innen vorbei.

Nach dem Tode ihres Mannes, des Produzenten Oswald Hirschmann, löste sie das große Haus in Klecken auf und zog in das ABC-Forum im Herzen der Hamburger City um, in Sichtweite des Axel-Springer-Verlags, dem sie ihr gesamtes journalistisches Leben gewidmet hatte. Ein kleiner Kreis an Freundinnen, darunter die Witwe ihres früheren Schaubuden-Kollegen Karlheinz Hollmann, Gerti Daub, blieb treu an ihrer Seite. Dass es still um sie wurde, nahm sie mit Nonchalance: „Sic transit gloria mundi“. Ihr treuer Kreis trifft sich auch nach ihrem Tod im November 2020 weiter,  in Erinnerung an eine außergewöhnliche Kollegin, die immer ein wenig über dem schnöden Redaktionsalltag schwebte.

Eine Floskel habe ich von ihr übernommen: „Chapeau“ für gute Leistungen. Chapeau, das klang weltläufig, irgendwie smart und sparte Zeilen, was in den immer kürzer werdenden Beiträgen wichtig war. Den sprichwörtlichen Hut ziehe ich jetzt noch einmal, in Respekt für eine der Großen unserer Branche, die für die goldenen Zeiten des Print-Journalismus steht. Auf Pumps, versteht sich. Ehrensache.

(Angela Meyer Barg war von 1990 an zusammen mit Karin von Faber Chefreporterin von „HÖRZU“ und „HÖRZU Wissen“ und arbeitet heute als freie Journalistin. Im Frühjahr 2021 erschien ihr Buch „Switch“, ein Lob des Neuanfangs.)

Jackie Thomae und Susanne Beyer im Gespräch mit Ralf Zimmermann von Siefart

Macho, Mädchen, reife Frau – Die Debatten um Geschlechter und Identität. Über alte und neue Rollenbilder und wie sie sich auf das Schreiben über Männer und Frauen auswirken.

Videogruß unseres Vorstandes zum Jahr 2021

Nachrichten werden unter dem Eindruck der Pandemie so intensiv wie selten zuvor genutzt. Sie zu bewerten und einzuordnen fällt, in dieser Zeit, manchem Nutzer schwer. Zwar ist das Vertrauen in Medien wieder gestiegen. Doch die Wertschätzung für den professionellen Journalismus muss verdient werden. Wie dies gelingen kann und auch schon gelungen ist, will der Vorstand in diesem Jahr fragen, sagen und verbreiten.

Die digitale Nacht der Medien 2020

Mit dem Vorstand des Allgemeinen Hamburger Presseclubs und vielen spannenden Gästen: Tanit Koch, Korinna Hennig, Dr. Barbara Hans, Dr. Carsten Brosda, Julian Reichelt, Ulrike Simon, Giovanni di Lorenzo, Katrin Gottschalk, Dr. Armgard Seegers, Anna-Beeke Gretemeier, Philipp Westermeyer, Dr. Katharina Schaefer, Kerstin Michaelis, Prof. Dr. Christian Stöcker, Andreas Wrede und Alessa Brings.

Best of digitale Nacht der Medien 2020

Ein Best of aus aus den spannenden Gesprächen der digitalen Nacht der Medien 2020.

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